Blaumeise mit Raupe an der Öffnung eines Nistkasten

So einige Vogelarten sind ausgeprägte Insektenfresser, wie zum Beispiel die Blaumeise. Besonders der Nachwuchs muss fast ausschließlich damit gefüttert werden, damit er gut gedeiht. Das muss auch bei der Frühjahrs- und Sommerfütterung berücksichtigt werden. Fettes Winterfutter ist von April bis Juli tabu!

21. Mai 2024

Vögel im Frühjahr und Sommer füttern?

Das spricht dafür, das spricht dagegen

Vögel- und Naturfreunde legen immer häufiger auch im Frühjahr und Sommer Wildvogelfutter aus. Gerade in den letzten Jahren wurde mit gesteigertem Umweltbewusstsein die Sommerfütterung immer beliebter. Dabei ist sie unter Ornithologen nicht unumstritten. Einige sind strikt dagegen, andere befürworten sie. Eines steht jedoch fest: Wer auch im Frühjahr und Sommer füttern will, muss einiges beachten.

 

Was spricht für die Fütterung im Frühjahr und Sommer?

Der wichtigste Punkt zuerst: Vögel lieben sie! Wer schon einmal auch in den warmen Monaten Futter ausgelegt hat, kann das bestätigen. Manchmal ist in den Monaten April bis September an den Futterstellen mehr Betrieb als im Winter. Der Grund: Auch die Zugvögel sind da! Im Sommer leben mehr Vögel bei uns als im Winter. Außerdem sind die Altvögel mit der Aufzucht ihres Nachwuchses beschäftigt und nehmen jede Arbeitserleichterung begeistert an. Auch die Jungvögel kommen gerne, sobald sie flügge sind – schließlich müssen sie die Suche nach Nahrung noch lernen. Ein gut gefüllter Selbstbedienungsladen macht die Sache also auch für die Jungen einfacher.

 

Was spricht dagegen?

Leider zeigen Studien, dass das übliche fettreiche Vogelfutter die Fruchtbarkeit der Vögel senkt. Wenn sie häufig am Futterhäuschen sind, nimmt die Anzahl der unbefruchteten Eier in den Nestern zu. Außerdem können sich durch die Sommerfütterung auch Krankheiten verbreiten, Salmonellen und Vogelpocken werden hier leichter übertragen. Weitere Krankheiten kommen dazu. So starben 2020 aufgrund des Bakteriums Suttonella ornithocola zahlreiche Blaumeisen.
Auch die beliebten Vogelbäder sind leider eine große Gefahrenquelle. Grünfinken werden an ihnen beispielsweise nicht selten mit Trichomonaden befallen. Die Trinkquellen sollten deshalb immer sehr sauber sein.
Zu guter Letzt können die ausgelegten Körner für Küken tödlich sein, falls die Altvögel sie damit füttern. Körner und Nüsse sind schwer verdaulich und können bei Küken zu Darmverschluss führen.

 

Junge Kohlmeisen warten auf Futter.

Junge Kohlmeisen warten auf Futter: Auch sie sollten nicht mit fetthaltigem Erdnussbruch oder Sonnenblumenkernen gefüttert werden. Sie benötigen vorwiegend proteinhaltige Insekten.

 

Winterfutter ist tabu!

Wer sich trotz aller Gegenargumente für die Sommerfütterung entscheidet, muss einige wichtige Punkte beachten. Körner, Nüsse und Sonnenblumenkerne sind aus Rücksicht auf die Jungvögel absolut tabu. Besser sind fettarme Samen von Kräutern und Gräsern und natürlich getrocknete, noch besser gefrorene, Insekten und Mehlwürmer. Auch Obst mögen manche Vögel sehr gerne. Außerdem sollte man nie zu viel anbieten, damit die Vögel weiterhin selbstständig nach geeigneter Nahrung suchen.

Wichtig: Wer tote Vögel im Garten findet, muss die Fütterung umgehend bis zum Winter einstellen. Wahrscheinlich wird ein Erreger übertragen. Hier hilft laut NABU auch keine gründliche Säuberung mehr.
NABU empfiehlt generell, den Garten vogelfreundlich zu gestalten, dann sei eine Fütterung während der warmen Monate gar nicht nötig.

 

Gute Tipps dazu gibt es beim NABU:

www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/29859.html
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/index.html
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung/index.html

 

… und bei der Wildvogelhilfe:

www.wildvogelhilfe.org/vogelwissen/die-aufzucht/wie-fuettert-man-junge-wildvoegel/aufzuchtfutter/artgerechtes-futter-fuer-empfindliche-insektenfresser

 

 

Junge, bereits flügge gewordene Blaumeisen, sogenannte Ästlinge, wollen weiterhin von ihren Eltern gefüttert werden.

Junge, bereits flügge gewordene Blaumeisen, sogenannte Ästlinge, wollen weiterhin von ihren Eltern gefüttert werden.


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